Einleitung zur heutigen Sprachenlage in Elsaß und Ostlothringen

 

Ungefähr die Hälfte der elsässischen und ostlothringischen Bevölkerung ist deutschsprachig, d.h. spricht oder wenigstens versteht Elsässer- oder Lothringerdeutsch. Das macht immerhin 1 Million Personen aus. Somit ist Deutsch die wichtigste Minderheitsprache Frankreichs.

Unter Elsâsser- oder Lothringerdeutsch versteht man die verschiedenen deutschen Mundarten, die in Ostfrankreich seit jeher gesprochen werden: hauptsächlich Alemannisch (südlich Hagenaus bis zum Sundgau, an der schweizer Grenze), Fränkisch im nördlichen Teil des Unterelsaß (Unterm Wald, Krummes Elsaß) und in Lothringen, Platt in Lothringen (s. Sprachenkarte).

Es gibt natürlich viele örtliche Unterschiede in der tatsächlichen Praxis des Deutschen. Generell wird mehr Deutsch auf dem Land als in den Großstädten gesprochen, mehr im Unterland als im Oberland, mehr im Krummen Elsaß und im Sundgau als auf dem Kochersberg (westlich Straßburgs). Deutsch war die Alltagssprache der Straßburger bis in die 60er Jahre. Seither ist die Sprache ständig zurückgegangen, und Straßburg, sowie Mülhausen oder Colmar, ist nun fast ausschließlich französischsprachig.

Generationsunterschiede sind auch wichtig. 90 % der Fünfzigjährigen sind des Deutschen kundig, aber nur 10% der Kinder können die deutsche Mundart. Dieser Prozentsatz fällt bis auf 3 % in Straßburg und Mülhausen. Die Zukunkt des Deutschen ist also sehr gefährdet.

Deswegen setzen sich Elternvereine wie ABCM Zweichsprachigkeit entschlossen und energisch für die Gründung zweisprachiger Klassen ab dem Kindergarten ein. Zweisprachig heisst 13 Stunden Unterricht auf Deutsch und 13 Stunden auf Französisch. Seit einigen Jahren macht auch die öffentliche Schulverwaltung mit ! Und selbst das Erziehungsministerium hat seine Gesinnung geändert (s. Rede von Minister Jack Lang. Aber eine gewisse Deutschfeindlichkeit ist noch bei manchen Schullehren zu spüren  (s. die Affäre Ziegler im winzigen Cleeburg im Nordelsaß).

In der Medienlandschaft sieht es besonders miserabel aus. Einzige tägliche (nur werktags !) Fernsehsendung ist Rund um (7 Minuten pro Tag auf FR3 Alsace, mit einem niedrigen sprachlichen Niveau. (siehe F. Schaffners Protestbrief). Dazu kommen noch zwei Sendungen am Samstag. Der Rundfunksender France Bleue Elsass ist nur schwer auf Mittelwellen zu empfangen, und sendet sowieso nur  werktags. Und sowieso,  um 17 Uhr ist Schluß !

Siehe auch 

Enquête DNA/ISERCO du 21 septembre 2001 sur la pratique de l'alsacien73 % de la population alsacienne (soit 1.390.000 personnes) parle ou comprend l'alsacien contre 85 % en 1990. 15.5 % de la population  transmet l'alsacien aux enfants.

Les langues de l'Alsace

 

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